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01.07.2017 / cso PC-Ansicht
Tour de France:
1. Etappe
Vive le Tour!

Die wohl einmalige Gelegenheit, den Grand Départ der Tour de France in der eigenen Nachbarschaft zu erleben, nutzte der jüngere Uhltra am Samstagnachmittag und reiste nach Düsseldorf. Kreuz und quer durch die Innenstadt hatten die Organisatoren der Tour ein 14km langes Einzelzeitfahren gelegt, bei dem sich die 197 Fahrer um Vorjahressieger Chris Froome ihrem Publikum präsentieren konnten.

Selbstverständlich ist ein Einzelzeitfahren per se eine langweilige Angelegenheit: Man steht über drei Stunden hinter einer Absperrung, sieht alle 60 Sekunden einen Fahrer, hat aber keine Ahnung, wie gut der betreffende Pedaleur gerade unterwegs ist, wer vorne liegt, oder was sonst noch an der Strecke passiert ist. Warum tut sich der Blog Uhltras so etwas bei schlimmstem Schmuddelwetter an? Aus dem gleichen Grund, warum 500.000 andere Zuschauer auch kamen: Um den Fahrern Respekt und Anerkennung für ihre übermenschlichen Anstrengungen während der nächsten drei Wochen zu zollen. Jeder einzelne Starter ist ein Supersportler, dem kein Fußballer jemals das Wasser reichen könnte.

Für seine Ehrerbietungen hatte sich der Schreiber dieser Zeilen den südlichsten Zipfel der Route ausgesucht. In der mit Straßenbahnschienen gespicken Kurve gingen die meisten Fahrer vom Gas, sodass ein Blick ins Gesicht gut möglich war. Zudem hatte man von besagtem Eck auch eine kurze Gerade im Blick, auf welche die Radsportler mit hohem Tempo von der Rheinbrücke am NRW-Landtag herabkommend einbiegen mussten.

Umgeben von einem überaus internationalen Publikum - in Sprechweite waren Franzosen, US-Amerikaner, Niederländer und Dänen anwesend -, das vom ersten bis zum letzten Starter Applaus spendete, stellte der Blog alsbald fest, dass der innerstädtische Kurs bei Regen eine echte Herausforderung für die Athleten war. Viele, denen es nicht um das Classement ging, fuhren aufrecht und ohne zu treten durch die Kurven, andere durchfuhren die Ecken weit außen und fernab der Ideallinie. Zu Fall kam nur ein einziger Fahrer - leider ausgerechnet Nicolas Roche, einer der persönlichen Favoriten des jüngeren Uhltra. Roche saß glücklicherweise umgehend wieder auf seiner Rennmaschine, löste durch seinen Sturz aber einen Einsatz der Streckenposten aus, die zur Vorsicht minimale Korrekturen an den Asphaltmatten auf den Straßenbahnschienen vornahmen.

Weitaus mehr Stürze passierten eingangs der kurzen Geraden. Der Erste, der das Tempo nach der Brückenabfahrt nicht genügend drosselte, war ein französischer Motorrad-Gendarme. Ihm folgten Dylan Groenewegen (NL/ Team LottoNL), Michael Albasini (CH/ Team Orica), Paddy Bevin (NZL/ Team Cannondale) und Rick Zabel (D/ Team Katyusha). Zur Mitte des Rennens hatte sich die Lage etwas beruhigt, obwohl der ständige Nieselregen sich nicht nennenswert verändert hatte. Wahrscheinlich hatte sich die Problemzone am Landtag bei den Teams ganz einfach herumgesprochen. Gegen Ende des Rennens, als die Favoriten auf die Straße gingen, wurden Risikobereitschaft und Regen wieder stärker - mit schlimmen Folgen für einen der ganz großen Sympathieträger und Favoriten im Péloton, Alejandro Valverde. Genau wie die anderen Genannten stürzte auch Valverde nach der Abfahrt, machte dabei aber einen Satz, der schon auf den ersten Blick schlimmer aussah. Während Sanitäter noch damit beschäftigt waren, Valverde erstzuversorgen und in den Rettungswagen zu bringen, rauschte mit Ion Izagirre gleich der nächste Spanier in die Balustrade und musste die Tour aufgeben, bevor sie so richtig begonnen hatte. Die nachfolgenden Fahrer, unter ihnen André Greipel und Tony Martin, die den größten Applaus bekamen, mussten nun geradezu Slalom fahren um parkende Begleitfahrzeuge und defekte Räder.

Letztlich schaffte es keiner der letzten Starter mehr, die Marke von Zeitfahrspezialist Geraint Thomas MBE zu unterbieten. Der Waliser aus dem Team Sky siegte vor Überraschungsmann Stefan Küng aus der Schweiz und Altmeister Vasil Kiryenka aus Weißrussland; Zeitfahrweltmeister Tony Martin wurde Vierter.

Etappen- und Gesamtergebnis:
1. Geraint Thomas (WAL/ Team Sky) 0:16:04h
2. Stefan Küng (CH/ Team BMC) +0:05min
3. Vasil Kiryienka (BLR/ Team Sky) +0:07min
4. Tony Martin (D/ Team Katyusha) +0:08min
...
9. Marcel Kittel (D/ Team QuickStep) +0:16min
...
11. Nikias Arndt (D/ Team Sunweb) +0:16min



       
       
       
       
       
       
       
Fotos: cso
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